Staatliches Berufliches Schulzentrum
Waldkirchen
mit Außenstelle Grafenau
Blog

Kinderpflege mit Erasmus+ unterwegs in Spanien - Staatliches Berufliches Schulzentrum Waldkirchen

Neun Schülerinnen der Abteilung Kinderpflege des staatlichen Beruflichen Schulzentrums Waldkirchen - Außenstelle Grafenau erhielten die einzigartige Gelegenheit für ein Praktikum in Spanien. Das Projekt findet im Rahmen des „Erasmus+“ Programms, ein Förderprogramm für Bildung, Jugend und Sport der europäischen Union, statt. Ausgestattet ist es mit einem Budget von insgesamt rund 14,8 Millionen Euro, von dem mehr als vier Millionen Menschen bis 2020 profitieren sollen. Das zentrale Anliegen von „Erasmus+“ ist dabei die europäische sowie internationale Bildungsarbeit zu verbessern. Gemeinsam mit der Außenstellenleiterin StD Johanna Kreutzer und den Lehrerinnen Elisabeth Dankesreiter und Martina Graf-Kaufmann absolvierten die Teilnehmer eine praxisorientierte zweiwöchige Lerneinheit in der Novaschool im Colegio Anoreta in der Nähe von Málaga.

In der Kindertagesstätte sind die Gruppenräume sehr gut digital ausgestattet. Außerdem stehen große Sport- und Schwimmhallen zur Bewegungsförderung zur Verfügung. Anstelle von Spielsachen wird den Kleinen hauptsächlich pädagogisch wertvolles Lernmaterial angeboten. Die große Wissbegierde im Kindesalter unterstützt dabei das spielerische Lernen. „Wir konnten kaum glauben, dass die Kleinen mit vier Jahren in die Vorschule gehen und dort bereits neben Spanisch auch Englisch lernen“, berichtet Denise Romano. Somit war es möglich mit den Kindern in englischer Sprache zu kommunizieren. Außerdem wurde auch den Schülern, aufgrund der Vielzahl der Gespräche mit den spanischen Schülern und Erzieherinnen der Novaschool, bewusst, welchen großen Nutzen man aus dem Englischunterricht ziehen kann. „Bei den kleineren Kindern zwischen 2 und 3 Jahren, bei denen die Englischkenntnisse noch zu gering für echten sprachlichen Austausch sind, war es nötig, die Kommunikation in Spanisch zu führen und so konnten wir nebenbei auch einen grundlegenden Wortschatz erlernen“, so Annabel Janusic.

Die Vorfreude der Schülerinnen auf das Urlaubsland Spanien war groß. Dennoch stand keineswegs Entspannung auf dem Programm. Die Auszubildenden wurden in verschiedene Arbeitsprozesse eingebunden und führten eigenständig entwickelte Angebote in den einzelnen Gruppen durch. Zum Beispiel bastelten sie gemeinsam mit den Kindern Schiffe und Ferngläser für den bevorstehenden Kolumbus-Tag, der im Kindergarten gefeiert wurde.

Bei den Bilderbuch-Angeboten der Erzieherinnen konnten die Teilnehmer beobachten, dass diese sehr viel Wert auf ihre Mimik und Gestik legen. „Darauf möchte ich zu Hause bei meinen Angeboten auch mehr achten“, so Celine Hager.

Beide Projektpartner sind sich einig, dass es wichtig ist, gutes Fachpersonal mit weitreichenden Kompetenzen, die weit über die theoretischen Fachkenntnisse hinausreichen, auszubilden. Außerdem profitieren beide Seiten, durch die gemeinsame Zusammenarbeit.

Darüberhinaus erwartete die Schüler ein attraktives und bestens organisiertes kulturelles Rahmenprogramm. An drei Nachmittagen erkundeten sie Málaga. Ein besonderes Highlight war der Aufstieg zu den maurischen Festungsanlagen Alcazaba und Gibralfaro, mit einem großartigen Blick über die Stadt und den Hafen. Außerdem besuchte die Gruppe die Kathedrale „Catedral de la Encarnación“, die in der Nähe des Hafens liegt. Sie wird auch als „die Einarmige“ bezeichnet, da der zweite Turm aus Geldmangel nie vollendet wurde.

Weitere Highlights waren das Teatro Cervantes und die Stierkampfarena von Malaga. In der sehenswerten Parkanlage Jardín Botánico-Histórico La Concepción im Norden der Stadt konnten die Schüler viele einheimische Pflanzen und Palmen kennenlernen. Dort wurden Sie auch von farbenprächtigen Papageien mit lautem Geschrei begrüßt. Ein ausgiebiger Spaziergang durch den Hafen und eine Shoppingtor durch die Altstadt durften natürlich nicht fehlen. Für viele von uns sicherlich ein besonderes Erlebnis, solch eine Stadt einmal hautnah zu erleben.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch von Nerja mit dem Balkon von Europa, von dem man einen wunderschönen Blick hinaus aufs blaue Meer genießen konnte. Gemeinsam bummelte man durch die kleinen verwinkelten Gassen der Stadt und besichtigte die Kirche El Salvador.

Auch besuchte man die idyllische Kleinstadt Ronda im andalusischen Bergland. Der riesige Abgrund in der Stadtmitte wird von der aus dem späten 18. Jahrhundert stammenden Puente Nuevo überspannt und verbindet den alten Stadtteil mit dem neuen. Nach dem Mittagessen stiegen die Schüler hinab in die Schlucht, um noch einmal einen anderen Blick auf das imposante Bauwerk erhaschen zu können. Nach dem anstrengenden Aufstieg überquerte man die Alte Brücke, um die älteste und größte Stierkampfarena besichtigen zu können.

Doch die Teilnehmer gaben sich nicht nur mit Spanien zufrieden, sondern weiteten ihren Besuch auch noch auf Großbritannien aus, indem sie die britische Kolonie Gibraltar besuchten. Natürlich erklomm man den Felsen von Gibraltar und staunte nicht schlecht als man plötzlich von den dort lebenden Berberaffen begrüßt wurde. Besonders interessiert waren die Affen aber an der Brotzeit, die sich in den Taschen der Schüler befand. Bei dieser Gelegenheit besuchte man auch die Tropfsteinhöhle „St. Michael’s Cave“, deren Kalksteinformationen in vielen bunten Farben beleuchtet werden.

Am Wochenende fuhren die Teilnehmer früh morgens nach Cordoba und staunten sehr, als sie die Mezquita-Catedral, das bedeutendste Bauwerk der Stadt mit einer Ausdehnung von 23.000 m² -die drittgrößte Moschee der Welt- betraten. Außerdem besuchten sie die Banos del Alcazar Califal. Die Bäder wurden im 10. Jahrhundert erbaut. Anschließend bummelten sie über die Puente Romano, welche als Drehort für die Fernsehserie „Game of Thrones“ diente.

Das Fazit der Schüler: „Zwei sehr erlebnisreiche Wochen, in denen wir die Gelegenheit hatten, viel Neues zu lernen und unseren kulturellen Horizont zu erweitern.“

Elisabeth Dankesreiter

Archiv

Autoren